Stationsausbildung Zivil Militärische Zusammenarbeit

Stationsausbildung Zivil Militärische Zusammenarbeit 09.06.2018

Zu einer gemeinsamen Übung auf dem Gelände der Firma Isarkies bei Unterwattenbach (Gemeinde Essenbach) trafen sich am Samstag das Kreisverbindungskommando der Stadt Landshut, die THW-Orts-verbände Landshut und Ergolding, die Freiwilligen Feuerwehren aus Ohu und Unterwattenbach, die Rettungshundestaffel Dingolfing-Landau und der Regionalstab Ost der Bundeswehr in Bogen. An insgesamt acht Stationen der „Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit" tauschten sich die rund 180 Übungsteilnehmer aus und probten den Ernstfall.

„Wir wollen den aktuellen Ausbildungsstand darstellen und Netzwerke bilden, damit wir wissen, wie der andere tickt", erklärt Oberstleutnant der Reserve Claus Schorn in den Geschäftsräumen der Firma Isarkies. Den theoretischen Teil hielt Schorn kurz, bald bat er ins weitläufige Areal des Kieswerks. Eine Million Tonnen Rohkies baut die Isarkies GmbH jährlich in ihren drei Werken ab, entsprechend tief ist die eine oder andere Schlucht. Ideal für die THWler, die das Bergen am Steilhang sowie die Rettung Verschütteter präsentierten und gemäß der Vorgabe von Schorn Feuerwehrler und Reservisten gleichermaßen miteinbanden. „Die unterschiedlichen Organisationen sollen sich untereinander vermischen und austauschen", erläuterte Schorn, während das bunt zusammengewürfelte Team mittels Schleifkorb und Seilen die zu rettende Person barg. Für Hund Balu gab es derweil von Herrchen Sven Zieger bereits Streicheleinheiten. Die „Verletzte" hatte der 5-jährige Vierbeiner problemlos hinter einer dicken Betonwand gefunden. Zieger ist Staffelleiter der Rettungshundestaffel Dingolfing-Landau, zwei Jahre lang musste er zwei Mal pro Woche mit seinem Hund ins Training, ehe Balu die Ausbildung zum Rettungshund abschließen konnte.

Entscheidung über Leben und Tod
„Wir müssen mit den Ressourcen arbeiten, die wir haben", meinte Tobias Dietz, Leiter derSchnelleinsatzgruppe CBRN(E) des BRK. Der Name seiner Einheit setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der chemischen, biologischen, radiologischen, nuklearen oder explosiven Gefahrstoffe zusammen, bei deren Auftreten Dietz einschreiten muss. Derjenige mit dem höchsten medizinischen Dienstgrad zeichnet für die Vorsichtung der Verletzten verantwortlich - einen Arzt hat Dietz jedoch nicht im Team. „Sie entscheiden im Ernstfall über Leben und Tod, davor ziehe ich meinen Hut", mutmaßte Oberstleutnant Thorsten Klapp, stellvertretender Kommandeur des Regionalstabs Ost. Auch das THW Ergolding widmete sich der Dekontamination: Ihre Dekonschleuse war ausgelegt auf Fahrzeuge, die nach einer Tierseuche aus landwirtschaftlichen Betrieben ausfahren und desinfiziert werden müssen. Für Walter Brams, den Ortsbeauftragten des THW Ergolding, ging es dabei um einen ersten Praxistest und die Ermittlung genereller Aufbauzeiten. Mit dem Ergebnis zeigte sich Brams zufrieden, das Prinzip funktioniere. Künftig gehe es darum, die Abläufe schneller und besser durchzuführen Ähnlich schweres Gefährt fand nebenan Verwendung: Die Bundeswehr demonstrierte mit einem 15 Tonnen schweren Trägerfahrzeug, wie man unwegsames Gelände für Straßenfahrzeuge befahrbar macht. Das Faltstraßengerät auf dem Laster fasst zehn Tonnen einer 50 Meter langen Straße aus sechseckigen Aluplatten, die sich innerhalb weniger Minuten verlegen und in ähnlich kurzer Zeit auflesen lässt.

„Die Anforderungen ändern sich nun mal"
Kleinteiliger ging Ferdinand Rusp an seiner Station „MacGyver" zu Werke. Der Name kommt nicht von ungefähr: Der Berufssoldat und Notfallsanitäter setzte sein Skalpell an die ausgelöste Luftröhre eines Schweins und „bastelte" aus einer Einwegspritze und einem Schlauch eine Möglichkeit zur Beatmung von Verletzten, deren Schädelpartie keine herkömmliche Sauerstoffversorgung mehr zulässt. „Was wir hier machen, ist behelfsmäßig und sollte nur im alleräußersten Notfall eine Option sein", stellte Rusp im Anschluss klar. Ein solcher Notfall sei bisher zum Glück nicht eingetreten. „Aber die Begebenheiten ändern sich nun mal, und damit auch die Anforderungen", weiß Schorn, der nach der Großübung ausschließlich positive Rückmeldungen der einzelnen Organisationen erhielt. Das Übungsziel sieht er als erreicht: „Es ging im Grunde darum, kurze Kommunikationswege zu schaffen und sich etwas besser kennenzulernen."